Schweiz

Schokoladenmuseen in der Schweiz ; 5 genussvolle Besuche

Musées sur le Chocolat

Fünf Schokoladenmuseen in der Schweiz, für genussvolle und spannende Besuche.

Als Wiege einer aussergewöhnlichen Schokolade zählt die Schweiz mehrere Museen, die dieser Leckerei gewidmet sind. Diese Orte bieten einen Einblick in die Geschichte und das Können der Schweizer Chocolatiers. Tradition und Innovation treffen hier aufeinander, zur Freude von Gross und Klein. Um das Erlebnis in der Stadt zu verlängern, lohnen auch die Chocolaterien von Lausanne (auf Französisch) einen Besuch.

Die Geschichte der Schweizer Schokolade beginnt im 19. Jahrhundert. François-Louis Cailler eröffnet 1819 bei Vevey eine der ersten Fabriken des Landes. 1875 erfindet Daniel Peter die Milchschokolade, ebenfalls in der Region Vevey. Einige Jahre später entwickelt Rodolphe Lindt das Conchieren, das die Schokolade zartschmelzend macht. Diese Innovationen begründen den weltweiten Ruf der Schweizer Schokolade. Die Schokoladenmuseen erzählen heute dieses Abenteuer, zwischen Erbe und Degustationen.

Schokoladenmuseen in der Westschweiz

Chez Camille Bloch

1929 gegründet, ist Chocolats Camille Bloch auf gefüllte Schokoladen spezialisiert. Ihre Marken Ragusa und Torino gehören zu den grossen Schweizer Klassikern. Mit Sitz in Courtelary im Berner Jura stellt das Unternehmen seine Spezialitäten von der Bohne bis zum fertigen Produkt her. Daniel Bloch, der Enkel des Gründers, führt das Familienunternehmen seit 2005. Sein Besucherzentrum Chez Camille Bloch zeigt die Kulissen der Herstellung. Ein interaktiver Rundgang, Degustationen und ein Laden prägen den Besuch.

Besucherzentrum Chez Camille Bloch in Courtelary

Das Ragusa entsteht 1942, mitten in einer Kakaoknappheit. Camille Bloch erfindet damals ein Rezept mit vielen ganzen Haselnüssen, um den kostbaren Rohstoff zu sparen. Der Erfolg ist mehr als achtzig Jahre später ungebrochen. Das 2017 eröffnete Besucherzentrum verbindet Spiele, Filme und Sinnesstationen. Die Besucher folgen dem Weg der Bohne bis zur Tafel. Der Laden verlängert schliesslich diese genussvolle Pause im Herzen des Berner Juras.

Schokoladen Ragusa und Torino von Camille Bloch

Grand-Rue 21, 2608 Courtelary
Website

Fotos ; Camille Bloch

Maison Cailler

Die Maison Cailler (auf Französisch) in Broc bietet einen interaktiven Besuch für alle Sinne. Mit Familie, Freunden oder zu zweit zeigt der Rundgang die ganze Kunst der Schokolade. In Ateliers kann man eigene Schokoladen kreieren und probieren. Für ein noch originelleres Erlebnis findet ein Escape Game in einem historischen Eisenbahnwagen statt. Ein lebensgrosses Spiel lädt zudem ein, Rätsel zu lösen und dabei die Geschichte von Cailler zu entdecken. Eine grosszügige Schokoladendegustation verwöhnt schliesslich den Gaumen.

Besuch der Maison Cailler in Broc

1819 gegründet, ist Cailler die älteste noch aktive Schweizer Schokoladenmarke. Die Fabrik in Broc öffnet 1898 ihre Tore, im Herzen des Greyerzerlands. Diese Wahl ist kein Zufall, denn die Milch der nahen Alpweiden fliesst ins Rezept ein. Unter den Schokoladenmuseen der Westschweiz zieht die Maison Cailler jedes Jahr sehr viele Besucher an. Der Besuch lässt sich leicht mit Gruyères, seinem Schloss und seinen Käsereien verbinden, nur wenige Minuten entfernt.

Degustation von Cailler-Schokoladen

Rue Jules Bellet 7, 1636 Broc
Website

Fotos ; Maison Cailler

Schokoladenmuseen in der Deutschschweiz

Chocolarium

Seit 1852 stellt Maestrani hochwertige Schokoladen her. Sein Chocolarium in Flawil bietet ein immersives Erlebnis. Der interaktive Besuch zeichnet die Geschichte der Schokolade nach und gibt einen Einblick in die Produktion. Spezialitäten der Marken Maestrani, Munz und Minor kann man den ganzen Rundgang über probieren. In Ateliers lassen sich auch eigene Schokoladen kreieren. Das Minor Café und ein grosser Laden ergänzen den Besuch.

Chocolarium von Maestrani in Flawil

2017 eröffnet, führt das Chocolarium die Besucher hinter die Kulissen einer echten Fabrik. Der Rundgang folgt dem Kakao von der Plantage bis zur Verpackung. Stationen für alle Sinne laden bei jedem Schritt zum Fühlen, Riechen und Probieren ein. Der Laden vereint über 200 Produkte von Munz und Minor. Flawil liegt mit dem Zug rund fünfzehn Minuten von St. Gallen entfernt. So lässt sich der Besuch mit der Entdeckung der Altstadt verbinden.

Interaktiver Rundgang im Chocolarium

Toggenburgerstrasse 41, 9230 Flawil
Website

Fotos ; Chocolarium

House of Läderach

Das House of Läderach ist das Paradies für Liebhaber frischer Schokolade. In einem Atelier kann man dort seine eigene Schokolade herstellen. Das Museum enthüllt alles über den Kakao und die Geschichte der Marke aus dem Kanton Glarus. Fabrikführungen und Kurse für jedes Alter ergänzen das Erlebnis. Das Läderach Café und ein grosser Fabrikladen erwarten schliesslich die Geniesser.

Museum des House of Läderach in Bilten

Rudolf Läderach gründet das Unternehmen 1962 in Glarus. Seine Spezialität, die frische Schokolade, erkennt man an den grossen, von Hand gebrochenen Platten. Das 2020 eröffnete House of Läderach steht direkt neben der Fabrik in Bilten. Der Besuch bietet so einen direkten Einblick in die Produktion. In einer kleinen Bergregion entstanden, zählt die Marke heute Chocolaterien in über dreissig Ländern.

Frische Schokolade von Läderach

Grabenstrasse 6, 8865 Bilten
Website

Fotos ; House of Läderach

Lindt Home of Chocolate, König der Schokoladenmuseen

In Kilchberg bei Zürich ist das Lindt Home of Chocolate das grösste Schokoladenmuseum der Schweiz. Seine interaktive Welt begeistert Gross und Klein. Ein spektakulärer, über neun Meter hoher Schokoladenbrunnen empfängt die Besucher. Ein interaktiver Rundgang zeichnet dann das Schweizer Schokoladenerbe nach. Der Besuch endet im grössten Lindt-Laden der Welt mit 500 m² Fläche. Ein idealer Ort für einen Ausflug mit Familie, Freunden oder Kollegen.

Schokoladenbrunnen im Lindt Home of Chocolate

2020 eröffnet, erstreckt sich das Lindt Home of Chocolate über 1500 m² Ausstellungsfläche. Mit 9,30 Metern Höhe lässt sein Brunnen fast 1000 Liter flüssige Schokolade zirkulieren. Der Rundgang führt von den Kakaoplantagen Ghanas bis zu den Schweizer Schokoladenpionieren. Drei Degustationsbrunnen bieten dann weisse, Milch- und dunkle Schokolade. Opfer seines Erfolgs, ist das Museum oft ausgebucht. Tickets online zu reservieren, ist daher sehr empfehlenswert.

Lindt-Laden in Kilchberg

Schokoladenplatz 1, 8802 Kilchberg
Website

Fotos ; Lindt Home of Chocolate

Bonus ; Über die Schokoladenmuseen hinaus, das Festichoc

Ein Genussfestival in Versoix

Die Schweiz wäre nicht das Land der Schokolade ohne ihr ikonisches Festival. Als grösstes Schweizer Schokoladenfestival findet das Festichoc jeden Frühling in Versoix statt. Kostenlos und familienfreundlich, vereint der Anlass über 30 Chocolatiers aus der Westschweiz. Degustationen, Verkauf und Schokoladenskulpturen prägen das Wochenende. Animationen und Essensstände runden diesen genussvollen Moment zum Teilen ab.

Chocolatiers am Festichoc in Versoix

Website

Fotos ; Festichoc

Tipps für den Besuch der Schokoladenmuseen

Online zu reservieren, ist empfehlenswert, vor allem am Wochenende und in den Schulferien. Pro Besuch sollte man eineinhalb bis zwei Stunden einplanen, Degustationen inbegriffen. Die Ateliers zur Schokoladenherstellung reserviert man im Voraus, sie sind schnell ausgebucht. Broc, Flawil, Bilten und Kilchberg sind mit dem öffentlichen Verkehr von den grossen Städten aus leicht erreichbar. Mit leichtem Magen anzukommen, erlaubt es, die vielen Degustationen voll zu geniessen. Die Karte unten vereint alle Adressen, um eine genussvolle Route zu planen.

Diese Schokoladenmuseen in der Schweiz auf dieser Karte

Schokoladenmuseen

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