Das Elsass und seine Weihnachtsmärkte zum Jahresende entdecken: ein Wochenende voller Entdeckungen und Leckereien.
Elsass
Strassburg und sein Weihnachtsmarkt
Strassburg eröffnet dieses Elsass-Wochenende. Schon bei der Ankunft am Freitagabend ist die Weihnachtsstimmung da: Tannenbäume, Plüschtiere und märchenhafte Dekorationen. Das Abendessen findet im La Casserole (auf Französisch) statt, ein unglaubliches Essen. Die Nacht im Hotel kommt schnell. Am nächsten Tag geht es nach dem Frühstück auf Erkundungstour durch die Stadt. Trotz des grauen Himmels zeigt Strassburg seine schönen Fachwerkhäuser und seinen zauberhaften Weihnachtsmarkt. Das Münster ist nicht zu übersehen, ein gotisches Meisterwerk von 142 Metern Höhe.



Sein Bau erstreckt sich über mehr als vier Jahrhunderte, von 1015 bis 1439. Sein einzigartiger Turm machte es lange zum höchsten Gebäude der Welt, bis 1874. Die Fassade aus rosa Vogesensandstein ändert im Lauf des Tages ihre Farbe. Im Inneren zieht die astronomische Uhr täglich Neugierige an. Ihre Figuren erwachen um 12.30 Uhr zum Leben, mit dem Umzug der Apostel vor Christus. Die Mutigsten steigen die 332 Stufen bis zur Plattform in 66 Metern Höhe hinauf. Bei klarem Wetter reicht der Blick über die Dächer der Stadt, den Schwarzwald und die Vogesen.


Der Christkindelsmärik, das Herz der Weihnacht im Elsass
Am Nachmittag geht der Bummel zwischen den Hütten des Weihnachtsmarkts weiter. Strassburg, die «Hauptstadt der Weihnacht», beherbergt den Christkindelsmärik seit 1570. Süssigkeiten und Souvenirs gibt es in Hülle und Fülle, und die ersten Weihnachtsgeschenke landen in den Taschen. Danach geht es in den Tea Room «Au Fond du Jardin», eine echte Überraschung. Köstliche hausgemachte Madeleines und eine schöne Teeauswahl warten auf Geniesser. Darunter der «Sherlock Holmes», eine Mischung mit Baileys-Noten. Nach einer letzten Runde durch die Stadt endet der Tag im La Casserole.



Der Name Christkindelsmärik bedeutet «Markt des Christkinds». Er entsteht mit der Reformation, die den heiligen Nikolaus durch das Christkind ersetzt. Heute beschränkt sich der Markt nicht mehr auf einen einzigen Platz. Über dreihundert Hütten verteilen sich in der ganzen Altstadt. Die Place Broglie beherbergt den historischen Markt und die grösste Gruppe von Hütten. Rund um das Münster reihen sich die Stände bis zur Place du Château. Die Place Kléber vereint Dekoration und Kunsthandwerk am Fuss des grossen Weihnachtsbaums. Diese fast 30 Meter hohe Fichte gehört im Dezember zu den Wahrzeichen der Stadt.




Weihnachtliche Spezialitäten im Elsass
Bei den Leckereien wird an jeder Ecke Glühwein mit Zimt und Orange getrunken. Er wird in Pfandtassen serviert, oft verziert und jedes Jahr neu gestaltet. Bredele, kleine Elsässer Weihnachtsguetzli, werden nach Gewicht oder in Mischungen verkauft. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept, mit Anis, Zimt oder Mandeln. Lebkuchen, Kougelhopf und Flammkuchen ergänzen die süssen und salzigen Pausen. Zwischen zwei Hütten lohnt die Petite France einen Abstecher. Ihre Fachwerkhäuser säumen die Kanäle der Ill, wie auf einer Postkarte.



Kaysersberg
Das Lieblingsdorf der Franzosen
Am Sonntag, nach der Rückgabe der Hotelschlüssel, geht es nach Kaysersberg. Mit dem Auto lässt sich die Zeit frei einteilen. Nach einer Stunde Fahrt erreicht man dieses charmante Dorf, berühmt für seinen Weihnachtsmarkt. 2017 zum Lieblingsdorf der Franzosen gewählt, soll es auch den Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest inspiriert haben.
Am Fuss der Vogesen bewahrt Kaysersberg viele Spuren seiner mittelalterlichen Vergangenheit. Die Ruinen seiner Burg überragen das Dorf und die umliegenden Reben. Eine befestigte Brücke überspannt die Weiss, umgeben von farbenfrohen Fachwerkhäusern. Im Dorf wurde 1875 auch Albert Schweitzer geboren. Der Arzt, Theologe und Musiker erhielt 1952 den Friedensnobelpreis. Sein Geburtshaus beherbergt heute ein kleines Museum über sein Leben.


Wegen des Andrangs muss das Auto auf den Anhöhen parkiert werden, ein Shuttle fährt ins Zentrum. Schon bei der Ankunft öffnet sich eine Märchenwelt aus Weihnachtsdekoration und Elsässer Architektur. Ein Gefühl wie eine Zeitreise. In einer Stunde ist das Dorf erkundet. Seine Authentizität begeistert Franzosen wie Touristen.
Der Weihnachtsmarkt findet im Hof des Arsenals und rund um die Kirche Sainte-Croix statt. Er setzt auf Authentizität, mit Handwerkern und Produzenten aus der Region. Kerzen, Holzobjekte, Töpferwaren und handgemachte Dekorationen füllen die Stände. Der Markt öffnet inzwischen nur noch von Freitag bis Sonntag, an den Adventswochenenden. Park-and-Ride-Plätze am Dorfeingang sind per Shuttle mit dem Zentrum verbunden. Wer am Morgen zur Öffnung kommt, geniesst die Gassen vor dem Andrang am Nachmittag.


Colmar
Der Weihnachtsmarkt in Colmar
Zurück beim Auto kündigt sich ein schöner Nachmittag an. Weiter geht es zum Weihnachtsmarkt von Colmar, nur eine halbe Stunde von Kaysersberg entfernt. Es wäre schade gewesen, ihn auszulassen. Vor Ort wartet ein weiteres Bild typischer Elsässer Architektur. Diesmal ist das Gedränge viel dichter und macht den Bummel schwierig. Die Stimmung wirkt weniger herzlich, «touristischer» als in Kaysersberg. Zwei Stunden Schlendern, ein paar Geschenke und einen heissen Kaffee später geht es schon zurück in die Schweiz.


Colmar, die drittgrösste Stadt des Elsass, hat mehrere Weihnachtsmärkte in der Altstadt. Die Place des Dominicains vereint rund sechzig Hütten um ihre Kirche. Die Place de l’Ancienne Douane gruppiert sich um den Schwendi-Brunnen am Fuss des Koïfhus. Dieses Gebäude aus dem späten 15. Jahrhundert beherbergt im Inneren auch einen Handwerkermarkt. Die Place Jeanne-d’Arc rückt regionale Produkte ins Rampenlicht, von Wein über Charcuterie bis Lebkuchen. In Klein-Venedig bietet der Kindermarkt ein Karussell und den Briefkasten des Weihnachtsmanns.


Klein-Venedig, die Postkarte des Elsass
Klein-Venedig bleibt das fotogenste Quartier von Colmar. Seine bunten Häuser spiegeln sich in der Lauch, vor allem bei Einbruch der Nacht. Die Beleuchtung bringt dann Fassaden, Brücken und Fachwerk zur Geltung. Um dem Gedränge auszuweichen, wählst du am besten einen Wochentag oder den frühen Abend. Die Märkte in Colmar bleiben anders als in Strassburg noch einige Tage nach Weihnachten offen. So lässt sich der Festtagszauber bis Jahresende verlängern.

Das Wochenende im Elsass planen
Von der Westschweiz aus erreichst du das Elsass bequem mit dem Auto oder dem Zug über Basel. Der Zug verbindet Basel in knapp einer Stunde mit Colmar und fährt weiter nach Strassburg. Im Advent bedient ein Weihnachtsshuttle auch Colmar, Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé. So entfallen Parkplatzsorgen in den Dörfern, die am Wochenende oft überfüllt sind. Die Märkte öffnen meist Ende November, einige Tage vor dem ersten Adventssonntag. Das Hotel frühzeitig zu buchen, ist ratsam, vor allem in Strassburg und Colmar.
Im Grand Est hält auch das benachbarte Lothringen schöne Überraschungen bereit. Das Wochenende in Nancy (auf Französisch) verbindet Jugendstil, Gastronomie und Wellness.
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